Von: ka
Terlan – Gerade die Besten brennen leicht aus, sagt man. Burnout oder Ausbrennen ist ein seelischer, geistiger und ko?rperlicher Erscho?pfungszustand. Er ha?lt u?ber einen la?ngeren Zeitraum an und ist verbunden mit Gefu?hlen der Leere und der Sinnlosigkeit. Betroffene beklagen ein geringes Selbstwertgefu?hl und eine negative Einstellung zur Arbeit, aber auch zu sich selbst und anderen gegenu?ber.
Burnout wird gerne als „Manager-Krankheit“ bezeichnet, weil starker Arbeitsdruck der Auslo?ser ist. Meist liegt aber nicht einfach sehr viel Arbeit vor, sondern belastende Kontakte mit Mitarbeitern und Vorgesetzten, ermu?dende und sinnlos erscheinende Bu?rokratie, unklare Regeln im Betrieb, kaum beeinflussbare Entscheidungswege erschweren die Arbeitsgestaltung. Auch Ablehnung von Eigeninitiative, fehlendes Lob oder mangelnde Solidarität zwischen Kollegen, mobbing oder bossing sind gewichtige Ursachen für ein burnout.
Risikogruppen sind Menschen, die in sozialen Berufen ta?tig sind, mehrfach belastete alleinerziehende Mütter (inzwischen auch Väter) und Menschen in Führungspositionen. In den letzten Jahren ist eine zusätzliche Gruppe von Gefährdeten entdeckt worden: Mitarbeiter in großen anonymen Organisationen, die sich allein gelassen fühlen.
Betroffene entwickeln im Laufe der Zeit einen Zwang, sich sta?ndig in der Arbeit zu beweisen, obwohl sie la?ngst erscho?pft und ausgebrannt sind. Sie ko?nnen schlecht „Nein“ sagen und sind nicht mehr imstande, ihre eigenen Bedu?rfnisse nach Ruhe und Erholung wahrzunehmen. Ihre Werte vera?ndern sich, und auch der eigene Ko?rper wird dabei oft vernachla?ssigt. Konflikte, Probleme und soziale Kontakte werden zunehmend gemieden. Betroffene beta?uben sich oft mit Alkohol, mit Tabletten oder lenken sich durch noch mehr Arbeit, unkontrolliertes Essen oder rauschhaften Sex ab.
Wenn Folgekrankheiten wie Depression, Angststo?rung oder Sucht entstanden sind, ist es unbedingt angeraten, Psychologen, Psychiater oder Fachleute der Suchtberatung aufzusuchen. Ko?rperliche Beschwerden sind Warnsignale, die medizinisch abgekla?rt und behandelt werden sollten. Dabei können im a?rztlichen Gespra?ch die Entstehungsbedingungen offen angesprochen werden. Wenn Betroffene die Einsicht entwickeln, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, ist es endlich möglich, Veränderungen des Lebensstils zu besprechen. Der Weg aus dem burnout heraus beginnt mit der eigenen Einsicht.
Der bekannte Psychiater und Psychotherapeut Dr. Roger Pycha wird am Mittwoch, den 8.November im Pfarrsaal von Terlan ab 20 Uhr die zwölf Stufen hin zum burnout, und die zwölf günstigen Schritte heraus schildern. Der KVW Terlan und die Selbsthilfebereinigung „Lichtung“ laden alle Interessierten dazu herzlich ein, der Eintritt ist unentgeltlich. Roger Pycha ist wissenschaftlicher Leiter der Europäischen Allianz gegen Depression in Südtirol und anerkannter Experte für die Behandlung von Burnout. Seit 2022 ist Burnout als eigenstaändige Erlrankung anerkannt. „Es ist“, erklärt Pycha, „ein Leiden, das man sehr oft selbst gut heilen kann:“



